Sie haben die Brustkrebstherapie überstanden – ein wichtiger Meilenstein. Doch jetzt kommt eine neue Herausforderung: die Angst vor einem Rückfall. Diese Sorge ist normal und berechtigt, deshalb stehen wir Ihnen auch weiterhin zur Seite.
Im zertifizierten Brustzentrum am Englischen Garten informieren wir Sie zum Abschluss der Therapie ausführlich über mögliche Rehabilitationsmaßnahmen sowie über das für die Folgejahre empfohlene Nachsorgeprogramm. Regelmäßige Untersuchungen — sowohl bei Ihrer Frauenärzt:in als auch bei unseren Expert:innen im Brustzentrum — geben Ihnen Struktur und die Sicherheit, dass erneute Veränderungen frühzeitig erkannt werden können.
Warum unsere Nachsorge Ihnen Sicherheit gibt:
- Strukturiertes Nachsorgeprogramm nach DMP-Richtlinien – Sie werden nach bewährten Qualitätsstandards betreut
- Feste Ansprechpartner:innen im Casemanagement – Kontinuität und persönliche Betreuung
- Interdisziplinäre Betreuung – alle Fachbereiche arbeiten Hand in Hand
- Engmaschige Kontrollen in den ersten Jahren – alle 3 Monate, wenn das Risiko am höchsten ist
- Ganzheitlicher Ansatz – nicht nur medizinische Untersuchungen, sondern auch psychoonkologische Begleitung und Reha-Unterstützung
Die Brustkrebs-Nachsorge ist mehr als die Summe einzelner Untersuchungen. Sie gibt Ihnen Struktur, erkennt Veränderungen frühzeitig und hilft Ihnen, Vertrauen in Ihren Körper zurückzugewinnen. Viele Patientinnen empfinden die regelmäßigen Nachsorgetermine als beruhigend, weil sie wissen: Sollte sich etwas verändern, wird es rechtzeitig erkannt.
Termin vereinbarenRehabilitation nach der Brustkrebstherapie: Ihr Weg zurück in den Alltag
Die Therapie ist abgeschlossen. Ihr Körper hat Enormes geleistet – doch jetzt merken Sie: Nichts ist mehr wie vorher. Der Arm schwillt an, Sie sind ständig erschöpft, schon der Gang zum Supermarkt strengt Sie an. Vielleicht haben Sie Angst, dass Sie nie wieder arbeiten können. Oder Sie fragen sich, ob Sie Ihre Kinder jemals wieder hochheben werden. Wir lassen Sie mit diesen Sorgen nicht allein und unterstützen Sie verlässlich bei Ihrer Rückkehr ins Leben.
Als Krebspatientin haben Sie gesetzlich garantierte Ansprüche auf Rehabilitationsleistungen, die Ihnen die Bewältigung der Krankheits- und Behandlungsfolgen sowie den Wiedereinstieg in den Alltag erleichtern sollen.
Was die Rehabilitation umfasst:
- Bewegungstherapie zur Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit
- Behandlung von Lymphödemen durch spezialisierte Therapeuten
- Psychoonkologische Begleitung zur Verarbeitung der Erkrankung
- Ernährungsberatung für einen gesunden Lebensstil
- Sozialrechtliche Beratung zu Fragen rund um Beruf und Alltag
- Unterstützung bei der beruflichen Wiedereingliederung
- Ggf. Ausstellung eines Schwerbehindertenausweises
Die Rehabilitation erfolgt in der Regel stationär und findet meist im Anschluss an die Erstbehandlung statt. Bei Bedarf kann sie auch im weiteren Verlauf der Nachsorge wiederholt werden. Sie haben die Möglichkeit, gemeinsam mit uns eine passende Reha-Klinik auszuwählen. Unser Sozialdienst unterstützt Sie auch bei der Antragsstellung und Einleitung der Rehabilitationsmaßnahme.
Strukturierte Nachsorge nach der Brustkrebstherapie:
Regelmäßige Untersuchungen für Ihre Sicherheit
An Ihre Brustkrebstherapie schließt unser strukturiertes Nachsorgeprogramm direkt an. Sie erhalten von Ihrer behandelnden Ärzt:in, die Ihre primäre Therapie durchgeführt hat (Operateur:in oder Chemotherapeut:in) einen Nachsorgekalender, welcher der Dokumentation aller Nachsorgeuntersuchungen dient.
Nachsorgeuntersuchungen sind sowohl bei Ihrer eigenen Frauenärzt:in als auch bei den Expert:innen unseres Brustzentrums vorgesehen.
Körperliche Untersuchung in der Brustkrebsnachsorge
Bei jeder Nachsorgeuntersuchung durch Ihre Frauenärzt:in wird sie oder er eine körperliche Untersuchung vornehmen, bei der besonders auf Symptome geachtet wird, die auf ein erneutes Tumorauftreten hindeuten könnten.
Was wird untersucht:
- Beide Seiten der Brust bzw. die Brustwand nach Mastektomie
- Narben auf Veränderungen
- Lymphknoten in Achselhöhle und Schlüsselbeinregion
- Ihr allgemeines Befinden
Neben der körperlichen Untersuchung sprechen Sie auch über Ihr allgemeines Befinden, Ihre körperliche Leistungsfähigkeit, etwaige Auffälligkeiten, Beschwerden und körperliche Veränderungen.
Bildgebende Verfahren: Mammographie und Ultraschall
Mammographie und Ultraschall sind zentrale Untersuchungen in der Nachsorge. Diese finden in regelmäßigen Abständen bei den Radiolog:innen unseres Brustzentrums statt. Wie oft diese durchgeführt werden, richtet sich nach Ihrem individuellen Risiko. Detaillierte Informationen zur Häufigkeit finden Sie in unseren FAQ am Ende dieser Seite.
Metastasen frühzeitig erkennen — warum Nachsorge Leben rettet
Ein zentrales Ziel der regelmäßigen Nachsorge ist es, Metastasen frühzeitig zu erkennen. Metastasen entstehen, wenn Krebszellen vom ursprünglichen Tumor in andere Organe streuen. Bei Brustkrebs können vor allem Knochen, Lunge, Leber oder Gehirn betroffen sein.
Diese Symptome sollten Sie immer ernst nehmen:
- Anhaltende Knochenschmerzen ohne erkennbare Ursache
- Atemprobleme oder hartnäckiger Husten
- Ungewöhnliche Erschöpfung, die nicht besser wird
- Neurologische Auffälligkeiten wie starke Kopfschmerzen oder Schwindel
Wichtig: Kontaktieren Sie bei solchen Beschwerden sofort Ihre Ärzt:in auch zwischen den regulären Nachsorgeterminen.
Engmaschige Kontrollen bei der Brustkrebs-Nachsorge: Wie oft finden Nachsorgeuntersuchungen statt?
Die Häufigkeit richtet sich nach Ihrem individuellen Risikoprofil und dem Zeitpunkt nach der Erstbehandlung:
- Jahr 1–3: Vierteljährliche Untersuchungen (alle 3 Monate)
- Jahr 4–5: Halbjährliche Untersuchungen (alle 6 Monate)
- Ab Jahr 6: Jährliche Untersuchungen
Diese Intervalle können bei Bedarf angepasst werden, wenn Beschwerden oder Ängste auftreten. Zögern Sie nicht, auch zwischen den regulären Terminen Kontakt aufzunehmen.
Unterlagen die Brustkrebspatientinnen zur Nachsorge mitbringen
- Tumornachsorgekalender
- Versichertenkarte oder Privatversicherungsnachweis
- Überweisungsschein (falls vorhanden)
- ggf. Bildaufnahmen auf CD (Mammographie, Ultraschall, MRT, CT) – falls diese mal von einer externen Radiologie aufgenommen wurden
- Aktuelle Medikamentenliste mit Dosierung
Gesunder Lebensstil zur Unterstützung der Genesung
Nach Ende der Brustkrebstherapie können Sie aktiv zu Ihrer Gesundheit beitragen. Ein gesunder Lebensstil kann das Risiko für ein Rezidiv senken und Ihre allgemeine Lebensqualität verbessern.
Diese Faktoren unterstützen Ihre Genesung:
- Regelmäßige Bewegung: Mindestens 150 Minuten moderate Aktivität pro Woche
- Ausgewogene Ernährung: Viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukte
- Stressreduktion: Achtsamkeitsübungen und Entspannungstechniken
- Soziale Kontakte: Austausch mit anderen Betroffenen oder das Pflegen von Freundschaften
- Normalgewicht halten: Übergewicht erhöht das Rezidiv-Risiko
Im Rahmen unserer Nachsorge beraten wir Sie über geeignete Anlaufstellen zur Bewegungstherapie und Ernährungsberatung und weisen Sie auf weitere hilfreiche Angebote hin.
Häufige Fragen
Wann gilt man nach Brustkrebs als geheilt?
Aus medizinischer Sicht spricht man von Heilung, wenn über einen längeren Zeitraum nach Behandlungsende kein Rezidiv auftritt. Das Rückfallrisiko ist in den ersten fünf Jahren am höchsten und nimmt danach ab. Viele Patientinnen gelten nach fünf bis zehn Jahren ohne Rückfall als geheilt – abhängig von Tumorart und Risikofaktoren.
Wird bei der Brustkrebsnachsorge Blut abgenommen?
Routinemäßige Blutuntersuchungen (z. B. Tumormarker) werden in der Leitliniengerechten Nachsorge nicht empfohlen, da sie keinen nachweisbaren Nutzen für die Früherkennung von Rezidiven bringen. Blutuntersuchungen erfolgen nur bei:
- Konkreten Beschwerden oder Symptomen
- Kontrolle der Langzeittherapie (z. B. Leberwerte unter Antihormontherapie)
- Verdacht auf Metastasen
Wie oft wird Mammographie nach einer Brustkrebserkrankung durchgeführt?
Die Mammographie wird in der Regel einmal jährlich durchgeführt, bei der operierten Brust oft bereits im ersten Jahr nach der Operation zur Kontrolle. Bei erhöhtem Risiko oder unklaren Befunden kann die Mammographie auch häufiger notwendig sein.
Wie oft wird Ultraschall in der Brustkrebsnachsorge eingesetzt?
Der Brustultraschall ergänzt die Mammographie und wird je nach individuellem Risiko und Befinden eingesetzt. Bei dichtem Brustgewebe oder zur Abklärung auffälliger Befunde wird Ultraschall zusätzlich durchgeführt. Die Häufigkeit wird individuell festgelegt.
Wann treten die meisten Rezidive nach Brustkrebs auf?
Das Rückfallrisiko ist in den ersten 2 bis 5 Jahren nach der Behandlung am höchsten. Etwa 80% aller Rezidive treten innerhalb der ersten 5 Jahre auf.
Wichtig zu wissen:
- Bei hormonrezeptor-positiven Tumoren können Rezidive auch nach 5–10 Jahren auftreten
- Bei triple-negativem Brustkrebs ist das Risiko in den ersten 3 Jahren besonders hoch
- Nach 10 Jahren ohne Rückfall sinkt das Risiko deutlich
Deshalb sind die engmaschigen Kontrollen in den ersten Jahren so wichtig.
Wie schnell kann ein Rezidiv entstehen?
Ein Rezidiv kann theoretisch jederzeit auftreten, aber:
- Frührezidive (innerhalb von 2 Jahren) sind bei aggressiven Tumorformen häufiger
- Spätrezidive (nach 5-10 Jahren) treten vor allem bei hormonrezeptor-positiven Tumoren auf
- Die meisten Rezidive werden innerhalb der ersten 3-5 Jahre entdeckt
Die engmaschige Nachsorge dient dazu, Rezidive möglichst früh zu erkennen, wenn sie noch gut behandelbar sind.
Welcher Brustkrebs kommt am häufigsten wieder?
Das Rezidivrisiko hängt von verschiedenen Faktoren ab:
Höheres Rückfallrisiko bei:
- Triple-negativem Brustkrebs (fehlen Hormon- und HER2-Rezeptoren) – besonders in den ersten 3 Jahren
- HER2-positivem Brustkrebs ohne Antikörpertherapie
- Großen Tumoren (über 2 cm)
- Befall mehrerer Lymphknoten
- Ungünstigen Tumormerkmalen (hoher Grading-Wert)
Niedrigeres Rückfallrisiko bei:
- Hormonrezeptor-positiven Tumoren mit Antihormontherapie
- Kleinen Tumoren ohne Lymphknotenbefall
- Frühen Stadien (Stadium I)
Wann treten Metastasen nach Brustkrebs häufig auf?
Metastasen (Fernabsiedelungen) können zu jedem Zeitpunkt auftreten, aber:
- Das Risiko ist in den ersten 2–5 Jahren am höchsten
- Etwa 90% der Metastasen werden innerhalb der ersten 10 Jahre entdeckt
- Spätmetastasen (nach 10+ Jahren) sind selten, aber möglich
Wird bei Brustkrebs immer ein Knochenszintigramm gemacht?
Nein, ein Knochenszintigramm wird nicht routinemäßig durchgeführt. Diese Untersuchung kommt vor allem zum Einsatz, wenn Symptome auf Knochenmetastasen hindeuten (z. B. anhaltende Knochenschmerzen) oder wenn das Risikoprofil eine genauere Untersuchung erforderlich macht.
Was wird bei DMP Brustkrebs gemacht?
Das Disease-Management-Programm (DMP) für Brustkrebs ist ein strukturiertes Behandlungsprogramm der Krankenkassen. Es umfasst regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen, Dokumentation des Krankheitsverlaufs, Koordination zwischen behandelnden Ärzt:innen sowie Schulungen für Patientinnen.
Veranstaltungshinweise
„Laufende Gespräche – reden und bewegen“ – Lauftreffgruppe der FSH-Frauenselbsthilfegruppe Krebs München
Jeden 1. Montag im Monat, 15:00 Uhr, Treffpunkt: Eingangsschild der Frauenklinik Dr. Geisenhofer (Hirschauer Str. 6, 80538 München)
Jeden 3. Montag im Monat, 16:00 Uhr, Treffpunkt: Parkplatz an der Luitpoldhalle (Luitpoldanlage 1, 85356 Freising)
Kontakt: Claudia Klein, Tel.: 0178 – 8051984, E-Mail
Weitere Informationen finden Sie hier.
Kostenlose Online-Kosmetikseminare von DKMS LIFE
Wer sich wohl fühlt, fördert den Heilungsprozess. Aus diesem Grund bietet DKMS LIFE das „look good feel better“ Patientenprogramm für Krebspatientinnen in Therapie an: Professionelle, geschulte Kosmetikexpertinnen zeigen Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie die äußerlichen Folgen der Krebstherapie kaschieren können. Im zweistündigen Mitmachprogramm erlernen Sie verschiedene Techniken u.a. für den Haar-, Wimpern- oder Augenbrauenverlust. Alle benötigten Kosmetikprodukte schickt DKMS LIFE Ihnen bei Bedarf vorab kostenfrei zu.
Anmeldung unter diesem Link.
Studien
Neue Studie der Charité in Berlin
Effekte zwei verschiedener Yogainterventionen auf die Lebensqualität bei Patientinnen mit Brustkrebs. Die Studie untersucht Effekte von Yoga und Entspannungsübungen auf Stressempfinden und Lebensqualität bei Patientinnen mit Brustkrebs.
Nähere Informationen sowie Teilnahmekriterien finden Sie hier.
Einladung zur Studienteilnahme
Gern möchten wir Sie auf die aktuelle WAVES-Studie des Bayerischen Zentrum für Krebsforschung (BZKF) aufmerksam machen. WAVES steht für „Wechselseitiger Patienten-Arzt-Austausch in der Versorgung bei Brustkrebs mit dem Ziel der gemeinsamen Erarbeitung neuer Patientenorientierter Strukturen“. Teilnehmen können alle Patientinnen und Patienten ab dem 18. Lebensjahr, die an Brustkrebs erkrankt sind.
Nähere Informationen finden Sie auf dem Online-Anmeldeformular.
BZKF-Studienregister
In der öffentlich zugänglichen Datenbank des Bayerischen Zentrum für Krebsforschung (BZKF) finden Sie eine stets aktuelle Übersicht klinischer, onkologischer Studien.
Vertrauen Sie auf unsere Expertise im Brustzentrum München
Die Nachsorge begleitet Sie über viele Jahre. Sie ist mehr als die Summe einzelner Untersuchungen – sie gibt Ihnen Struktur, Sicherheit und die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Viele Patientinnen empfinden die Nachsorgetermine als beruhigend, weil sie wissen: Sollte sich etwas verändern, wird es rechtzeitig erkannt.
Gleichzeitig ist das Ende der intensiven Behandlung auch ein Neuanfang. Sie kehren schrittweise in Ihren Alltag zurück, finden zu Ihrer Leistungsfähigkeit zurück und gestalten Ihr Leben nach Ihren Wünschen. Die Nachsorge unterstützt Sie auf diesem Weg – fachlich kompetent und menschlich zugewandt.
Sie haben Fragen zur Nachsorge und Rehabilitation bei Brustkrebs? Unser Team im zertifizierten Brustzentrum steht Ihnen zur Seite – von der ersten Diagnose über die Behandlung bis zur langfristigen Nachsorge.
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