Die Strahlentherapie ist eine der wichtigsten Säulen der Krebstherapie. Unsere Bestrahlungsgeräte der modernsten Generation und unsere erfahrenen Fachärzt:innen bieten Ihnen eine präzise Therapie mit geringfügiger Belastung des umgebenden Gewebes. Die Bestrahlungszeit dauert dabei nur wenige Minuten pro Sitzung.
In unserem Brustzentrum am Englischen Garten (BzaEG) entscheiden wir auf Basis einer umfassenden Diagnose und unter Abwägung Ihrer persönlichen Situation in unserer interdisziplinären Tumorkonferenz, ob eine Strahlentherapie für Sie sinnvoll ist.
Was ist Strahlentherapie und wie hilft sie gegen Krebs?
Die Strahlentherapie (auch Radiotherapie oder Bestrahlung genannt) nutzt hochenergetische Strahlen, um Krebszellen gezielt zu zerstören. Die Strahlung schädigt die DNA der Tumorzellen so stark, dass diese sich nicht mehr teilen können und absterben. Gesundes Gewebe wird weitgehend geschont.
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Mehr InformationenWann kommt die Strahlentherapie zum Einsatz?
- Zur Verhinderung eines Wiederauftretens des Tumors an Ort und Stelle
- Zur Tumorverkleinerung vor der Operation
- Bei inoperablen, z.B. sehr ausgedehnten und nässenden Tumoren
- Als Alternative, wenn die Patientin wegen anderer Erkrankungen nicht operiert werden kann
- Zur Linderung von tumorbedingten Schmerzen
- In Kombination mit Chemotherapie für bessere Heilungschancen
Welche Vorteile bietet eine Strahlentherapie bei Brustkrebs?
Mit der Strahlentherapie als Ergänzung zur brusterhaltenden Operation kann in den allermeisten Fällen eine Abnahme der Brust verhindert werden. Die Strahlentherapie ist nicht invasiv und schmerzfrei. Sie vernichtet die Tumorzellen präzise und schont so den restlichen Körper.
Formen der Strahlentherapie
In unserem Brustzentrum am Englischen Garten setzen wir verschiedene Strahlentherapie-Verfahren „von außen und von innen“ ein.
Bestrahlung von außen (perkutan) am Linearbeschleuniger
Die Bestrahlung von außen am Linearbeschleuniger ist die häufigste Art der Anwendung. Sie arbeitet mit ultraharten Röntgenstrahlen, die von außen durch die Haut an das Zielgebiet gehen. Mit Computer gestützter Planung erreichen wir eine hohe Präzision und schonen so das umliegende Gewebe.
Atemgesteuerte Strahlentherapie/DIBH („deep inspiration breathhold”)
Die atemgesteuerte Strahlentherapie kommt vor allem bei linksseitigem Brustkrebs zum Einsatz. Die Strahlentherapie der linken Brust wird dann nur in tiefer Einatmung durchgeführt, so ist eine bessere Schonung des Herzen möglich, die Patientin muss hierfür circa 20 – 30 Sekunden die Luft anhalten können.
Brachytherapie
Die Brachytherapie wird bei uns auch als „Afterloading“ („Nachladen“) angewandt. Dabei wird eine Hülse in einer Körperhöhle platziert, dann die Bestrahlungsquelle hineingeschoben und nach wenigen Minuten wieder entfernt.
VMAT oder IMRT (Intensitäts Modulierte Radiotherapie)
Die intensitätsmodulierte Strahlentherapie ist eine besonders fein abgestimmte Bestrahlungsform am Beschleuniger, bei der sich die Strahlen fortlaufend durch bewegliche Einblendungen (Modulation) dem Zielgebiet (z.B. Tumor) anpassen. Damit kann die Tumordosis unter maximaler Schonung der Nachbarorgane erreicht werden. So werden Nebenwirkungen auf ein Minimum reduziert.
Nebenwirkungen der Strahlentherapie
Mit den modernen Techniken der Strahlentherapie sind Nebenwirkungen in der Regel gering. Sie lassen sich gut behandeln und sind nur vorübergehend. Nebenwirkungen sind abhängig von der notwendigen Strahlendosis, der individuellen Empfindlichkeit und der Pflege während der Therapie. Die häufigste Nebenwirkung bei der Bestrahlung der Brust ist die Hautrötung und Schwellung.
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Mehr InformationenVerhaltenstipps während und nach der Strahlentherapie
In der Regel klingen die Hautreizungen in circa 2 – 3 Wochen ab. Falls Müdigkeit aufgetreten ist, dauert es circa 6 – 8 Wochen bis man sich wieder fitter fühlt. Wichtig ist, sich trotz Müdigkeit regelmäßig an der frischen Luft zu bewegen.
- Reizung der bestrahlten Haut vermeiden: Im Bereich der Bestrahlung nicht abseifen, kein Deo, kein Parfüm
- Nur kurz duschen, mit lauwarmem Wasser, nicht baden, nicht schwimmen, nicht in die Sauna
- Vorsichtiges, „trockenes“ Kühlen (Coolpack), aber nicht auf die blanke Haut
- Viel Luft an die Haut – lockere Kleidung, Naturfasern, in Ruhe BH abnehmen
- Aber: Brust möglichst ruhig halten: bei Bewegung gut sitzenden BH tragen (Sport BH)
- Die Haut vor Sonneneinstrahlung schützen
- Keine schwere Hausarbeit (z.B. Bügeln, Schrubben, Fensterputzen vermeiden)
- Nicht prophylaktisch eincremen, sondern nach Rücksprache mit den Strahlentherapeuten, i.d.R. erst wenn es zu Spannungsgefühl und Hautrötung kommt, dann nach der Bestrahlungssitzung eincremen mit Dexpanthenol haltiger Körperlotion. Keine Salben!
- Täglich Bewegung an der frischen Luft – Spazierengehen, Radfahren – und auch ausreichend Ruhe
Spätfolgen der Strahlentherapie
Spätfolgen sind mit den modernen Techniken selten und meist eine Kombination aus den Operationsfolgen und der Strahlentherapie. Sie werden von den Strahlentherapeut:innen erfasst und begleitet. In Einzelfällen kann es z.B. zur Verhärtung des Gewebes und zur Verfärbung der durchstrahlten Haut kommen.
Häufige Fragen zur Strahlentherapie
Ist die Bestrahlung schmerzhaft?
Nein, man spürt die Strahlen nicht. Es ist wie beim Röntgen. Lediglich das längere Liegen in gleicher Position kann unbequem werden.
Bin ich nach der Bestrahlung radioaktiv?
Nein, Sie „strahlen“ nicht. Die Strahlung wirkt nur in den wenigen Sekunden, in denen das Gerät auf Strahlung geschaltet ist.
Sie können also unbesorgt Kontakt zu anderen Menschen haben und Ihre Liebsten in den Arm nehmen.
Kann ich während der Strahlentherapie arbeiten?
Ja, Sie dürfen arbeiten, sollten sich aber doch mehr Ruhe gönnen, als sonst. Die Termine der Strahlentherapie sollten immer Vorrang haben, damit Sie sich nie hetzen müssen. Denken Sie daran, dass die Belastbarkeit während der Therapie abnimmt. Ein paar freie Tage gegen Ende und im Anschluss täten Ihnen gut.
Was kommt zuerst, die Chemo/Immun- oder die Strahlentherapie?
Nur in ausgewählten Fällen ist eine Chemo/Immuntherapie notwendig. Manchmal findet diese bereits schon vor der Operation statt.
Wenn die Chemo/Immuntherapie nach der OP sein soll, kommt normalerweise zuerst die Chemo-, dann die Strahlentherapie.
Die Immuntherapie geht oft nach der Strahlentherapie noch weiter.
Darf ich während der Strahlentherapie die Hormontherapie einnehmen?
Ja. Die Hormontherapie kann während oder im Anschluss an die Strahlentherapie eingeleitet werden. Haben Sie schon vor der Operation damit begonnen, muss sie nicht unterbrochen werden.
Wie lange braucht man, um sich von der Strahlentherapie zu erholen?
Kontaktieren Sie uns
In unserem Brustzentrum wird jede Therapie individuell auf Sie abgestimmt. Bei uns stehen Sie als Mensch im Mittelpunkt – wir sehen Sie nicht als „Fall“ und gehen einfühlsam auf Ihre Fragen und Ängste ein. Unser Ziel ist, dass Sie die bestmögliche Versorgung erhalten und sich sicher und gut aufgehoben fühlen.
Sie können uns auch direkt anrufen oder eine E-Mail schreiben: