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Antikörpertherapie bei Brustkrebs

Nicht jede Brustkrebstherapie muss mit den schweren Nebenwirkungen einhergehen, die viele fürchten. Für Patientinnen, deren Tumor bestimmte Merkmale aufweist, hat die Antikörpertherapie neue Möglichkeiten eröffnet: eine zielgerichtete Behandlung, die Krebszellen präzise angreift und gesunde Zellen weitgehend verschont – oft mit deutlich geringeren Belastungen als bei alleiniger Chemotherapie.

Im Brustzentrum am Englischen Garten finden wir zunächst heraus, ob Ihr Tumor auf diese moderne Therapieform anspricht. Welche Eigenschaften hat er? Welche Zielstrukturen sind vorhanden? Wenn eine Antikörpertherapie für Sie infrage kommt, stehen uns heute hochwirksame Medikamente zur Verfügung – von bewährten Wirkstoffen wie Trastuzumab bis zu neuesten Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten. Gemeinsam finden wir die Behandlung, die optimal zu Ihrer individuellen Situation passt.

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Welche Vorteile bietet eine Antikörpertherapie?

Zielgerichtete Präzisionsmedizin – Ihre Therapie richtet sich gezielt gegen Krebszellen mit spezifischen Merkmalen, gesunde Zellen bleiben weitgehend verschont

Mehr Lebensqualität während der Behandlung – Anders als bei alleiniger Chemotherapie bleiben Ihnen bei reiner Antikörpertherapie belastende Nebenwirkungen wie Haarausfall oder schwere Übelkeit meist erspart

Bewiesene Wirksamkeit bei HER2-positivem Brustkrebs – Die Antikörpertherapie hat bei diesem Tumortyp die Überlebensraten deutlich verbessert und das Risiko eines Rückfalls erheblich reduziert

Erst testen, dann behandeln – Wir analysieren präzise, ob Ihr Tumor auf Antikörpertherapien anspricht, bevor wir mit der Behandlung beginnen – für maximale Therapiesicherheit

Behandlung, die zu Ihrem Leben passt – Die meisten Infusionen führen wir ambulant durch, Sie können abends nach Hause und müssen Ihren Alltag nicht komplett unterbrechen

Ihre Sicherheit hat Priorität – Regelmäßige Herzfunktionskontrollen und engmaschige Überwachung durch spezialisierte Onkolog:innen begleiten Ihre gesamte Therapie

Optimale Therapiekombinationen – Wir verbinden Antikörpertherapien nach aktuellen wissenschaftlichen Standards mit anderen Behandlungen für bestmögliche Ergebnisse

Was ist eine Antikörpertherapie?

Die Antikörpertherapie ist eine moderne Behandlungsform bei Brustkrebs, die gezielt auf bestimmte Eigenschaften der Krebszellen abzielt. Anders als die Chemotherapie, die alle sich schnell teilenden Zellen im Körper angreift, kann die Antikörpertherapie zwischen gesunden Zellen und Krebszellen unterscheiden.

Antikörper sind Eiweißmoleküle, die unser Körper natürlicherweise produziert, um Krankheitserreger wie Viren oder Bakterien zu bekämpfen. Sie sind Teil unseres Immunsystems und können fremde oder schädliche Strukturen erkennen und markieren. Wir setzen künstlich hergestellte Antikörper ein, die speziell darauf ausgerichtet sind, bestimmte Strukturen auf der Oberfläche von Krebszellen zu erkennen und sich daran zu binden.

Diese künstlichen Antikörper werden im Labor so entwickelt, dass sie genau auf bestimmte Zielstrukturen (sogenannte Antigene) auf den Krebszellen passen – ähnlich wie ein Schlüssel, der nur in ein bestimmtes Schloss passt. Dadurch wird eine sehr gezielte Behandlung möglich, die gesunde Zellen weitgehend verschont.

Wie funktioniert die Antikörpertherapie bei Brustkrebs?

In unserem zertifizierten Brustzentrum am Englischen Garten München nutzen wir die Antikörpertherapie, die auf verschiedene Weise gegen Brustkrebszellen wirkt:

Blockierung von Wachstumssignalen

Auf der Oberfläche von Brustkrebszellen befinden sich manchmal vermehrt bestimmte Empfangsstellen (Rezeptoren), die das Wachstum der Zellen fördern. Der bekannteste dieser Rezeptoren beim Brustkrebs ist der HER2-Rezeptor (Human Epidermal Growth Factor Receptor 2). Der HER2-Rezeptor ist ein Protein auf der Oberfläche von Zellen, das bei bestimmten Krebsarten, wie HER2-positivem Brustkrebs, das Wachstum der Tumorzellen fördert.

Wenn sich natürliche Wachstumsfaktoren an diese Rezeptoren binden, senden sie Signale ins Innere der Zelle, die das Wachstum und die Teilung anregen. Die therapeutischen Antikörper können sich an diese Rezeptoren heften und blockieren, sodass keine Wachstumssignale mehr empfangen werden können. Dies ist vergleichbar mit einem Stöpsel, der eine Steckdose blockiert, sodass kein Strom mehr fließen kann.

Aktivierung des Immunsystems

Die an die Krebszellen gebundenen Antikörper können dem körpereigenen Immunsystem helfen, die Krebszellen zu erkennen und anzugreifen. Sie markieren die Krebszellen gewissermaßen, sodass die Abwehrzellen des Körpers sie als fremd oder schädlich identifizieren und gezielt bekämpfen können.

Transport von Wirkstoffen

Manche Antikörper sind mit einem zellzerstörenden Wirkstoff verbunden. Diese werden als Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (ADC) bezeichnet. Sie funktionieren wie ein „Trojanisches Pferd“: Der Antikörper bindet sich an die Krebszelle und wird dann zusammen mit dem Wirkstoff in die Zelle aufgenommen. Im Inneren der Zelle wird der Wirkstoff freigesetzt und zerstört die Zelle von innen heraus.

Dieser Ansatz ermöglicht es, hochwirksame Zellgifte direkt zu den Krebszellen zu bringen, ohne gesunde Zellen zu schädigen. So können Wirkstoffe eingesetzt werden, die für eine systemische Chemotherapie zu giftig wären.

Für wen ist eine Antikörpertherapie geeignet?

Wir prüfen sorgfältig, welche Patientinnen von einer Antikörpertherapie profitieren können. Nicht für jede Patientin ist diese Behandlung geeignet. Ob sie sinnvoll ist, hängt von den Eigenschaften des Tumors ab. Besonders wichtig ist der sogenannte HER2-Status:

HER2-positiver Brustkrebs

Etwa 15 bis 20 Prozent aller Brustkrebserkrankungen sind „HER2-positiv“. Das bedeutet, dass der HER2-Rezeptor auf der Zelloberfläche in zu großer Menge vorhanden ist (Überexpression). Diese übermäßige Anzahl von HER2-Rezeptoren führt dazu, dass die Krebszellen besonders schnell wachsen und sich teilen.

Für Patientinnen mit HER2-positivem Brustkrebs ist die Antikörpertherapie eine wichtige Behandlungsoption, da sie gezielt diese HER2-Rezeptoren blockieren kann. Früher galt HER2-positiver Brustkrebs als besonders aggressiv mit ungünstiger Prognose. Seit der Einführung der Anti-HER2-Therapie hat sich die Prognose dieser Patientinnen jedoch deutlich verbessert.

Triple-negativer Brustkrebs

Beim triple-negativen Brustkrebs fehlen sowohl die Hormonrezeptoren (Östrogen- und Progesteronrezeptoren) als auch der HER2-Rezeptor. Diese Form des Brustkrebses galt lange als schwierig zu behandeln, da weder eine Hormontherapie noch eine Anti-HER2-Therapie wirksam sind.

Mittlerweile stehen auch für einen Teil der Patientinnen mit triple-negativem Brustkrebs Antikörper-Wirkstoff-Konjugate zur Verfügung. Diese binden an andere Strukturen auf der Oberfläche der Krebszellen und bringen so einen zellzerstörenden Wirkstoff direkt zu den Tumorzellen.

Hormonrezeptor-positiver Brustkrebs

Bei fortgeschrittenem hormonrezeptor-positivem, HER2-negativem Brustkrebs kommen Antikörper zum Einsatz, die die Blutgefäßneubildung hemmen (Anti-Angiogenese) oder die auf bestimmte Signalwege in der Zelle abzielen.

Feststellung der Eignung für eine Antikörpertherapie

Vor einer Antikörpertherapie wird das Tumorgewebe im Labor untersucht, um festzustellen, ob die entsprechenden Zielstrukturen vorhanden sind. Beim HER2-Status werden meist zwei verschiedene Testverfahren angewendet:

  • Immunhistochemie (IHC): Misst die Menge des HER2-Proteins auf der Zelloberfläche
  • Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung (FISH): Untersucht, ob zu viele Kopien des HER2-Gens vorhanden sind

Nur wenn diese Tests positiv ausfallen, ist eine Anti-HER2-Therapie sinnvoll.

Welche Arten von Antikörpertherapien gibt es?

Im Brustzentrum am Englischen Garten kommen bei der Behandlung von Brustkrebs verschiedene Arten von Antikörpern zum Einsatz:

Einfache monoklonale Antikörper

Diese Antikörper binden sich an bestimmte Strukturen auf der Krebszelle und blockieren diese. Die wichtigsten Vertreter, die wir einsetzen, sind:

  • Trastuzumab (Handelsname Herceptin®): Der erste zugelassene Anti-HER2-Antikörper, der sich an den HER2-Rezeptor bindet und seine Aktivität hemmt. Er wird sowohl bei frühem als auch bei fortgeschrittenem HER2-positivem Brustkrebs eingesetzt.
  • Pertuzumab (Handelsname Perjeta®): Bindet an einer anderen Stelle des HER2-Rezeptors als Trastuzumab und verhindert die Paarbildung (Dimerisierung) mit anderen HER-Rezeptoren. Er wird oft in Kombination mit Trastuzumab eingesetzt, da beide Antikörper sich in ihrer Wirkung ergänzen.

Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (ADC)

Diese Antikörper sind mit einem zellzerstörenden Wirkstoff verbunden. Wichtige Beispiele, die im Brustzentrum am Englischen Garten verwendet werden, sind:

  • Trastuzumab Emtansin (T-DM1) (Handelsname Kadcyla®): Besteht aus Trastuzumab, das mit dem Zellgift Emtansin verbunden ist. Der Antikörper bringt das Zellgift gezielt zu den HER2-positiven Krebszellen.
  • Trastuzumab Deruxtecan (Handelsname Enhertu®): Ein neueres ADC für HER2-positiven Brustkrebs, das auch bei niedrigeren HER2-Spiegeln wirksam sein kann.
  • Sacituzumab Govitecan (Handelsname Trodelvy®): Richtet sich gegen das Protein Trop-2, das auf vielen triple-negativen Brustkrebszellen vorkommt, und transportiert das Zellgift SN-38 in die Zellen.

Antikörper gegen andere Zielstrukturen

  • Bevacizumab: Richtet sich gegen den Gefäßwachstumsfaktor VEGF und hemmt damit die Bildung neuer Blutgefäße, die den Tumor versorgen.
  • Checkpoint-Inhibitoren wie Pembrolizumab oder Atezolizumab: Diese Antikörper blockieren bestimmte Bremsen des Immunsystems (sogenannte Checkpoints) und helfen dem Immunsystem, Krebszellen zu erkennen und anzugreifen.

Wie wird die Antikörpertherapie verabreicht?

Die meisten Antikörpertherapien werden als Infusion in die Vene verabreicht. Der Ablauf sieht typischerweise so aus:

  • Vorbereitung: Vor der ersten Behandlung werden oft Medikamente gegeben, die mögliche Reaktionen auf die Infusion (wie Fieber oder Schüttelfrost) verhindern sollen.
  • Infusion: Die Infusion selbst dauert je nach Medikament zwischen 30 Minuten und mehreren Stunden. Die erste Infusion wird oft langsamer verabreicht und dauert länger, um das Risiko von Infusionsreaktionen zu minimieren.
  • Nachbeobachtung: Nach der Infusion bleibt die Patientin noch eine Zeit lang zur Beobachtung vor Ort, besonders bei der ersten Therapie.

Die Häufigkeit und Dauer der Behandlungen variieren je nach Medikament und Behandlungsplan. Die Behandlung findet in der Regel ambulant statt, ein Krankenhausaufenthalt ist nicht notwendig.

Wie lange dauert eine Antikörpertherapie?

Die Dauer der Antikörpertherapie hängt vom Erkrankungsstadium und dem Behandlungsziel ab:

Bei frühem Brustkrebs (adjuvante Therapie)

Die Behandlung mit Trastuzumab nach der Operation (adjuvante Therapie) dauert in der Regel ein Jahr. Studien haben gezeigt, dass diese Behandlungsdauer das Rückfallrisiko deutlich senken kann. Kürzere Behandlungszeiten (z.B. sechs Monate) können in bestimmten Situationen ebenfalls ausreichend sein, besonders bei Patientinnen mit niedrigem Rückfallrisiko.

Bei höherem Risiko kann zusätzlich zu Trastuzumab auch Pertuzumab gegeben werden, ebenfalls für ein Jahr.

Bei fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs

Bei Krebs, der bereits in andere Organe gestreut hat (Metastasen), wird die Antikörpertherapie oft so lange fortgesetzt, wie sie wirksam ist und keine inakzeptablen Nebenwirkungen auftreten. Dies kann mehrere Jahre sein.

Wenn eine Therapie nicht mehr wirkt, kann oft auf eine andere Antikörpertherapie gewechselt werden. So gibt es heute mehrere Behandlungslinien für HER2-positiven metastasierten Brustkrebs.

Vor einer Operation (neoadjuvante Therapie)

Wenn die Antikörpertherapie vor einer Operation eingesetzt wird, um den Tumor zu verkleinern (neoadjuvante Therapie), dauert die Behandlung typischerweise 3-6 Monate. Nach der Operation wird die Antikörpertherapie oft fortgesetzt, bis insgesamt ein Jahr Behandlung erreicht ist.

Unterschied zur Chemotherapie

Die Antikörpertherapie unterscheidet sich in mehreren wichtigen Punkten von der Chemotherapie:

Zielgerichtetheit

Während die Chemotherapie alle sich schnell teilenden Zellen angreift (auch gesunde), wirkt die Antikörpertherapie gezielter auf Krebszellen mit bestimmten Merkmalen.

Nebenwirkungsprofil

Die Antikörpertherapie verursacht in der Regel weniger und andere Nebenwirkungen als die Chemotherapie. Typische Nebenwirkungen wie Haarausfall, schwere Übelkeit oder starker Abfall der Blutwerte sind bei der reinen Antikörpertherapie selten.

Wirkungsmechanismus

Die Chemotherapie schädigt direkt die DNA der Zellen oder stört die Zellteilung, während Antikörper meist Signalwege blockieren oder das Immunsystem aktivieren.

Kombination beider Therapien

Entsprechend der gültigen S3-Leitlinien bieten wir in unserem Brustzentrum am Englischen Garten auch die kombinierte Chemo-Antikörpertherapie an, die die Therapiewirksamkeit nachweislich verbessern kann. Nach Abschluss der Chemotherapie wird die Antikörpertherapie häufig allein fortgesetzt.

Praktische Tipps für Patientinnen der Antikörpertherapie

Vor der Behandlung

  • Informieren Sie sich gut über die geplante Therapie und stellen Sie alle Fragen, die Ihnen wichtig sind.
  • Organisieren Sie bei Bedarf Unterstützung für den Behandlungstag und danach.

Während der Behandlung

  • Achten Sie auf ausreichend Ruhe und eine gesunde Ernährung.
  • Trinken Sie viel Wasser, besonders am Tag der Infusion.
  • Melden Sie Nebenwirkungen oder ungewöhnliche Symptome umgehend Ihrem Behandlungsteam.
  • Regelmäßige Bewegung kann gegen Müdigkeit helfen, sprechen Sie aber vorher mit Ihrer Ärzt:in darüber.

Langfristige Betreuung

  • Nehmen Sie die Kontrolltermine zur Überwachung der Herzfunktion wahr.
  • Suchen Sie sich bei Bedarf psychologische Unterstützung oder den Austausch mit anderen Betroffenen.
  • Nach Abschluss der Therapie sind regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen wichtig.

Ihre Therapie, Ihr Weg – wir begleiten Sie durch jede Phase

​​Eine Antikörpertherapie ist Ihre Chance auf wirksame Behandlung mit besserer Lebensqualität. Im Brustzentrum am Englischen Garten beginnen wir mit einer präzisen Tumoranalyse: Wir testen, ob Sie von dieser Behandlungsmethode profitieren können und welcher Wirkstoff optimal für Sie ist.

Von der ersten Infusion bis zur Nachsorge sind wir an Ihrer Seite. Unser Team kennt Sie und Ihre Geschichte, passt die Therapie flexibel an und bietet Ihnen alles, was Sie brauchen – von psychoonkologischer Begleitung bis zum Austausch mit anderen Betroffenen.

Sie möchten wissen, ob eine Antikörpertherapie für Sie infrage kommt? Vereinbaren Sie jetzt Ihren persönlichen Beratungstermin. Unsere Spezialistinnen und Spezialisten analysieren Ihre Tumoreigenschaften, erklären Ihnen alle Behandlungsoptionen und entwickeln gemeinsam mit Ihnen einen maßgeschneiderten Therapieplan.

Moderne Krebsmedizin bedeutet individuelle Therapie. Lassen Sie uns gemeinsam Ihren besten Weg finden.

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