Zum Inhalt springen
Kontakt
Logo Dr. Geisenhoferklinik - blau

Antihormontherapie bei Brustkrebs

Wenn Ihr Tumor zu den hormonempfindlichen Formen gehört – und das ist bei den meisten Patientinnen der Fall – könnte die Antihormontherapie eine Behandlungsmöglichkeit für Sie sein.

Im Brustzentrum am Englischen Garten beginnen wir dort, wo jede gute Behandlung beginnen sollte: bei Ihnen. Wir analysieren Ihren Tumor, verstehen Ihre Lebenssituation und finden gemeinsam heraus, ob die Antihormontherapie zu Ihnen passt – und wenn ja, welches Medikament Sie über die kommenden Jahre am besten begleiten kann. Denn diese Therapie ist ein Marathon, kein Sprint. Und Sie verdienen einen Partner, der die gesamte Strecke mit Ihnen läuft.

Kontaktieren Sie uns

Welche Vorteile bietet eine Antihormontherapie?

Für die Mehrheit der Patientinnen geeignet – 70-80% aller Brustkrebserkrankungen sind hormonempfindlich und können von dieser Therapieform profitieren

Gezielt statt flächendeckend – Die Therapie blockiert spezifisch die Wachstumssignale der Hormone an Krebszellen, gesunde Zellen bleiben weitgehend unbeeinträchtigt

Bewährte Langzeitwirkung – Über 5-10 Jahre eingenommen, senkt die Antihormontherapie nachweislich das Rückfallrisiko und verbessert die Langzeitprognose erheblich

In der Regel als Tablette einnehmbar – Keine regelmäßigen Klinikbesuche für Infusionen, Sie können die Therapie zu Hause durchführen

Weniger akute Belastungen als alleinige Chemotherapie – Kein Haarausfall, keine schwere Übelkeit – die Nebenwirkungen sind anders, aber oft besser im Alltag zu bewältigen

Individuelle Medikamentenwahl – Je nach Menopausenstatus, Alter und Verträglichkeit wählen wir das optimale Präparat für Sie aus

Flexible Therapiedauer – Wir überprüfen regelmäßig, ob die Therapie noch passt, und passen Dauer und Dosierung bei Bedarf individuell an

Kombinierbar mit anderen Behandlungen – Bei höherem Risiko können wir die Antihormontherapie mit gezielten Medikamenten wie CDK4/6-Inhibitoren verstärken

Langfristige Begleitung – Über die gesamte Therapiedauer von 5-10 Jahren stehen wir Ihnen bei Fragen, Nebenwirkungen oder Unsicherheiten zur Seite

Auch bei Metastasen wirksam – Selbst bei fortgeschrittenem Brustkrebs ist die Antihormontherapie oft die erste Wahl und kann das Fortschreiten über Jahre kontrollieren

Was ist eine Antihormontherapie bei Brustkrebs?

So läuft die Antihormontherapie ab:

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Die Antihormontherapie (auch endokrine Therapie genannt) ist eine wichtige Behandlungsmethode für viele Frauen mit Brustkrebs. Anders als die Chemotherapie, die allgemein auf schnell wachsende Zellen abzielt, wirkt die Antihormontherapie gezielter: Sie richtet sich speziell gegen die Wirkung von Hormonen auf den Tumor.

Bei etwa 70 bis 80 Prozent aller Brustkrebserkrankungen bei Frauen ist der Tumor hormonempfindlich oder hormonrezeptor-positiv. Das bedeutet, dass das Wachstum der Krebszellen durch natürliche Hormone im Körper – hauptsächlich Östrogen und manchmal Progesteron – gefördert wird. Bei diesen Tumorarten kann eine Antihormontherapie sehr wirksam sein, da sie das Wachstum der Krebszellen bremst und das Risiko eines Rückfalls deutlich verringern kann.

Die Antihormontherapie gehört zu den zielgerichteten Therapien, da sie spezifisch auf einen bestimmten Wachstumsmechanismus der Krebszellen einwirkt. Sie wird oft als „sanftere“ Alternative zur Chemotherapie angesehen, da sie meist weniger akute Nebenwirkungen verursacht. Allerdings ist sie nur bei sogenannten hormonempfindlichen Tumoren wirksam. In unserem Brustzentrum setzen wir diese moderne Therapieform individuell und patientenorientiert ein.

Wie lange dauert eine Antihormontherapie?

Die optimale Dauer der Antihormontherapie hat sich im Laufe der Jahre durch neue Forschungsergebnisse verändert:

Standarddauer von 5 Jahren

Traditionell wurde die Antihormontherapie über einen Zeitraum von 5 Jahren durchgeführt. Diese Dauer hat sich in zahlreichen Studien als wirksam erwiesen, um das Rückfallrisiko deutlich zu senken.

Besondere Situationen

In bestimmten Situationen kann die Therapiedauer angepasst werden:

  • Metastasierter Brustkrebs: Die Therapie wird oft fortgesetzt, solange sie wirksam ist und gut vertragen wird
  • Jüngere Patientinnen: Aufgrund des höheren Rückfallrisikos wird häufiger eine längere Therapie empfohlen
  • Schwerwiegende Nebenwirkungen: Bei nicht tolerablen unerwünschten Zusatzwirkungen kann ein Wechsel des Medikaments oder eine Verkürzung der Therapie erwogen werden

Die optimale Dauer sollte immer individuell festgelegt und regelmäßig überprüft werden.

Wie hängen Hormone und Brustkrebs zusammen?

Um die Wirkungsweise der Antihormontherapie zu verstehen, ist es wichtig zu wissen, wie Hormone und Brustkrebs miteinander in Verbindung stehen:

Die Rolle der Hormone im Körper

Hormone sind Botenstoffe, die im Körper produziert werden und verschiedene Prozesse steuern – von Wachstum und Entwicklung bis hin zu Stoffwechsel und Fortpflanzung. Die weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron werden hauptsächlich in den Eierstöcken produziert, aber in kleineren Mengen auch in anderen Geweben wie dem Fettgewebe und den Nebennieren.

Diese Hormone haben viele wichtige Funktionen im Körper:

  • Sie steuern den Menstruationszyklus
  • Sie fördern die Entwicklung der weiblichen Geschlechtsmerkmale
  • Sie beeinflussen den Knochenaufbau und -erhalt
  • Sie wirken auf das Brustgewebe ein und fördern dessen Wachstum

Hormonrezeptoren auf Zellen

Hormone können ihre Wirkung nur entfalten, wenn sie sich an spezielle Andockstellen, den sogenannten Hormonrezeptoren, anbinden. Diese Rezeptoren fungieren wie Schlüssellöcher, in die nur bestimmte „Schlüssel“ (in diesem Fall die Hormone) passen.

Bei Brustkrebszellen gibt es zwei Haupttypen von Hormonrezeptoren:

  • Östrogenrezeptoren (ER): Diese binden das Hormon Östrogen.
  • Progesteronrezeptoren (PR): Diese binden das Hormon Progesteron.

Wenn ein Tumor einen oder beide dieser Rezeptoren aufweist, wird er als „hormonrezeptor-positiv“ bezeichnet. Genauer gesagt kann er ER-positiv, PR-positiv oder beides sein.

Wie Hormone das Tumorwachstum fördern

Bei einem hormonrezeptor-positiven Brustkrebs können Östrogen und/oder Progesteron an die Rezeptoren auf den Krebszellen andocken. Dieser Vorgang löst eine Kette von biochemischen Reaktionen aus, die:

  • Das Wachstum und die Vermehrung der Krebszellen anregt
  • Die natürliche Zelltod-Programmierung (Apoptose) der Krebszellen hemmt
  • Die Bildung neuer Blutgefäße zur Versorgung des Tumors fördert

Diese Prozesse führen dazu, dass der Tumor unter Hormoneinfluss wachsen und sich ausbreiten kann.

Wie funktioniert die Antihormontherapie bei Krebs?

Die Antihormontherapie greift in diesen Prozess ein und unterdrückt die wachstumsfördernde Wirkung der Hormone auf die Krebszellen. Dies geschieht auf zwei grundlegende Arten:

Blockierung der Hormonrezeptoren

Einige Medikamente binden sich an die Bindungsstellen der Hormone auf den Krebszellen und blockieren sie. Dadurch können die körpereigenen Hormone nicht mehr andocken und ihre wachstumsfördernde Wirkung entfalten. Diese Medikamente werden als „Selektive Östrogenrezeptor-Modulatoren“ (SERMs) oder „Selektive Östrogenrezeptor-Downregulatoren“ (SERDs) bezeichnet.

Das Prinzip lässt sich mit einem Schlüssel und Schloss vergleichen: Die Medikamente legen sich wie ein falscher Schlüssel ins Schloss (den Rezeptor) und blockieren es, sodass der richtige Schlüssel (das Hormon) nicht mehr hineinpasst.

Verminderung der Hormonproduktion

Andere Medikamente zielen darauf ab, die Menge an Hormonen im Körper zu reduzieren. Dies kann auf verschiedene Weise geschehen:

  • Hemmung der Östrogenproduktion im Gewebe außerhalb der Eierstöcke (durch Aromatasehemmer)
  • Unterdrückung der Eierstockfunktion (durch GnRH-Analoga oder operative Entfernung der Eierstöcke)

Durch diese Maßnahmen wird die Hormonmenge im Körper verringert, sodass weniger Hormone für die Stimulierung des Tumorwachstums zur Verfügung stehen.

Wer kann von einer Antihormontherapie profitieren?

Eine Antihormontherapie ist nicht für jede betroffene Frau geeignet. Die Entscheidung basiert hauptsächlich auf dem Hormonrezeptorstatus des Tumors, der nach der Operation oder Biopsie in der Pathologie bestimmt wird.

Hormonrezeptorstatus-Bestimmung

Bei der Untersuchung des Tumorgewebes wird festgestellt, ob und in welchem Ausmaß Hormonrezeptoren vorhanden sind. Das Ergebnis wird in Prozent oder als Score angegeben:

  • ER-positiv/PR-positiv: Wenn mehr als 1 Prozent der Krebszellen Östrogenrezeptoren bzw. Progesteronrezeptoren aufweisen
  • ER-negativ/PR-negativ: Wenn weniger als 1 Prozent der Krebszellen diese Rezeptoren haben

Je mehr Hormonrezeptoren vorhanden sind, desto wahrscheinlicher ist ein gutes Ansprechen auf die Antihormontherapie.

Weitere Faktoren für die Therapieentscheidung

Neben dem Hormonrezeptorstatus spielen weitere Faktoren eine Rolle bei der Entscheidung für oder gegen eine Antihormontherapie:

  • Menopausenstatus: Vor oder nach den Wechseljahren – dies beeinflusst die Wahl des Medikaments
  • Alter der Patientin: Jüngere und ältere Patientinnen können unterschiedlich auf die Therapie ansprechen
  • Tumorstadium und -risiko: Bei höherem Rückfallrisiko kann eine intensivere oder längere Therapie sinnvoll sein
  • Begleiterkrankungen: Bestehende Gesundheitsprobleme können die Verträglichkeit beeinflussen
  • Kinderwunsch: Bei jungen Frauen mit Kinderwunsch müssen besondere Aspekte berücksichtigt werden

Wann wird eine Antihormontherapie eingesetzt?

Die Antihormontherapie kann in verschiedenen Phasen der Brustkrebsbehandlung zum Einsatz kommen:

Adjuvante (unterstützende) Therapie nach der Operation

Die häufigste Anwendung ist die adjuvante Therapie, die nach der Operation beginnt. Ziel ist es, möglicherweise im Körper verbliebene Krebszellen zu bekämpfen und das Risiko eines Rückfalls zu verringern. Diese vorbeugende Behandlung wird auch dann durchgeführt, wenn keine sichtbaren Tumorherde mehr vorhanden sind.

Die adjuvante Antihormontherapie wird typischerweise über mehrere Jahre durchgeführt (meist 5-10 Jahre) und hat sich als sehr wirksam erwiesen, um das langfristige Überleben zu verbessern.

Neoadjuvante Therapie vor der Operation

In manchen Fällen kann die Antihormontherapie auch vor der Operation eingesetzt werden, um den Tumor zu verkleinern. Dies kann:

  • Eine brusterhaltende Operation ermöglichen, wo sonst eine komplette Brustentfernung nötig wäre
  • Den Umfang der Operation reduzieren
  • Wertvolle Informationen über das Ansprechen des Tumors auf die Hormontherapie liefern

Die neoadjuvante Antihormontherapie dauert typischerweise 4-6 Monate vor der Operation.

Metastasierte Erkrankung

Bei Brustkrebs, der bereits in andere Körperteile gestreut hat (sogenannte Metastasen), kann die Antihormontherapie eingesetzt werden, um:

  • Das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen
  • Symptome zu lindern
  • Die Lebensqualität zu verbessern

Bei metastasiertem hormonrezeptor-positivem Brustkrebs ist die Antihormontherapie oft die erste Behandlungsoption, bevor eine Chemotherapie in Betracht gezogen wird.

Risikoreduktion bei Hochrisiko-Patientinnen

In seltenen Fällen kann eine Antihormontherapie (meist Tamoxifen) auch zur Vorbeugung bei Frauen mit sehr hohem Brustkrebsrisiko eingesetzt werden, z.B. bei bestimmten genetischen Veranlagungen oder Vorstufen von Brustkrebs.

Kommunikation mit dem Behandlungsteam im Brustzentrum am Englischen Garten

Eine offene Kommunikation mit dem Behandlungsteam ist entscheidend für den Erfolg der Therapie:

Während der Therapie

  • Nebenwirkungen dokumentieren: Art, Häufigkeit und Intensität der Beschwerden aufschreiben
  • Regelmäßige Kontrollen wahrnehmen: Vereinbarte Nachsorgetermine einhalten
  • Probleme ansprechen: Nicht warten, bis Nebenwirkungen unerträglich werden
  • Nachfragen: Bei Unklarheiten oder neuen Symptomen zeitnah Rücksprache halten

Bei Problemen

  • Therapietreue thematisieren: Bei Schwierigkeiten mit der regelmäßigen Einnahme offen darüber sprechen
  • Alternativen besprechen: Bei nicht tolerablen Nebenwirkungen nach anderen Medikamenten oder Dosierungen fragen
  • Unterstützungsmöglichkeiten erfragen: Nach begleitenden Therapien oder Hilfsangeboten fragen

Langfristige Therapie braucht langfristige Partnerschaft. Wir sind an Ihrer Seite – über Jahre hinweg.

Kontakt zum Casemanagement des Brustzentrums am Englischen Garten

Wir beraten Sie gerne persönlich bei uns in der Geisenhofer Klinik in München.

Kontaktieren Sie uns

    Zustimmung zur Datenverarbeitung:

    Mit dem Absenden des Formulars willige ich in die Verarbeitung meiner Angaben zur Bearbeitung meiner Anfrage ein. — Die Übertragung erfolgt verschlüsselt. Die Daten werden nach Abschluss der Bearbeitung gelöscht, sofern keine gesetzlichen Aufbewahrungspflichten bestehen. Details: Datenschutzerklärung

    * Pflichtfeld

    Sie können uns auch direkt anrufen oder eine E-Mail schreiben: