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Operation bei Brustkrebs

Operation bei Brustkrebs


In vielen Fällen ist in der Brustkrebstherapie eine Operation empfehlenswert oder notwendig. Dabei ist der Verlust der Brust jedoch nicht immer zwingend notwendig, denn für viele Frauen ist heute eine brusterhaltende Operation und damit die Bewahrung ihres natürlichen Körpergefühls möglich.


Ein wesentlicher Qualitätsanspruch in unserem Brustzentrum am Englischen Garten ist daher – nach Möglichkeit – der Brusterhalt während der Therapie. Sollte jedoch eine Entfernung der Brust gewünscht oder aus medizinischen Gründen unumgänglich sein, zeigen wir Ihnen bei Interesse die modernen Möglichkeiten der Brustrekonstruktion auf.


Unsere Fachärzt:innen für Plastische und Ästhetische Chirurgie berücksichtigen mit Verständnis und Feingefühl Ihre individuellen Wünsche – gemeinsam mit Ihnen finden wir eine Lösung, mit der Sie sich auch nach der operativen Brustkrebstherapie in Ihrem Körper wohlfühlen.

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Operationsmöglichkeiten bei oder nach Brustkrebs

Die brusterhaltende Operation


Bei einer brusterhaltenden Operation (auch brusterhaltende Therapie oder Lumpektomie genannt) wird nur das tumortragende Gewebe aus der Brustdrüse entfernt, während der größte Teil der Brust erhalten bleibt. Die brusterhaltende Operation stellt heute eine wichtige Alternative zur vollständigen Brustentfernung (Mastektomie) dar und wird mittlerweile bei vielen Frauen mit Brustkrebs angewendet.


Das Grundprinzip der brusterhaltenden Operation ist einfach:
So viel wie nötig, so wenig wie möglich. Es geht darum, den Krebs unter Berücksichtigung eines ausreichenden Sicherheitsabstands vollständig zu beseitigen und gleichzeitig ein möglichst natürliches Aussehen der Brust zu bewahren. Dieser Ansatz berücksichtigt nicht nur medizinische Notwendigkeiten, sondern auch das körperliche und psychische Wohlbefinden der Patientin.


Die brusterhaltende Operation wird in der Regel mit einer anschließenden Strahlentherapie kombiniert. Diese Kombination hat sich als ebenso wirksam erwiesen, wie die vollständige Entfernung der Brust. Die Methoden der brusterhaltenden Operation wurden seit den 1980er Jahren kontinuierlich verbessert, sodass diese Option heute eine Standardbehandlung für viele Frauen mit Brustkrebs darstellt.


Ob die Voraussetzungen für eine brusterhaltende Operation auch in Ihrem Fall gegeben sind, analysieren die Spezialist:innen unseres Brustzentrums im Zuge einer umfassenden Diagnostik.

Vorteile von brusterhaltenden Operationsmethoden

Die brusterhaltende Operation bietet gegenüber der vollständigen Brustentfernung mehrere wichtige Vorteile.

Psychologische und emotionale Vorteile

Der Erhalt der eigenen Brust kann erhebliche positive Auswirkungen auf das psychische Wohlbefinden haben:

  • Besseres Körperbild und Selbstwertgefühl
  • Weniger traumatisches Erlebnis im Vergleich zum Verlust der Brust
  • Bewahrung des Gefühls von Weiblichkeit und körperlicher Identität
  • Weniger Auswirkungen auf die Sexualität

Studien haben gezeigt, dass Frauen nach brusterhaltenden Operationen oft von einer besseren Lebensqualität berichten als nach vollständiger Entfernung (Mastektomie) ohne Rekonstruktion.


Medizinische Vorteile


Die brusterhaltende Operation bietet auch medizinische Vorteile:

  • Weniger invasiver Eingriff
  • Kürzere Operationszeit
  • Geringerer Blutverlust
  • Schnellere Erholung und kürzerer Krankenhausaufenthalt
  • Weniger postoperative Schmerzen
  • Erhaltung der natürlichen Brustsensibilität

Ablative Brustoperation (Mastektomie)

Wenn die gesamte Brust entfernt werden muss, spricht man von einer Mastektomie oder auch Ablatio. Unter bestimmten Voraussetzungen ist es auch bei einer Mastektomie möglich, die Brustwarze zu erhalten. Die verschiedenen Verfahrensweisen wird die Operateur:in im Einzelnen erläutern.

Wiederaufbau der Brust nach Mastektomie

Die Rekonstruktion der weiblichen Brust hat die Wiederherstellung der Form und Ästhetik der Brust zum Ziel. In den letzten Jahren hat die Brustrekonstruktion nach Abnahme der Brust immer mehr Beachtung gefunden. Für den Wiederaufbau der Brust stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung, die unsere Spezialist:innen individuell mit der Patientin besprechen.

Ein Wiederaufbau kann unter günstigen Umständen gemeinsam mit der Tumorentfernung in einer Operation (primärer Aufbau der Brust) durchgeführt werden. Unter gewissen Voraussetzungen ist es jedoch ratsam, erst nach vollständiger Therapie den Eingriff für den Brustaufbau durchzuführen. Dann spricht man von einem sekundären Aufbau der Brust. Die Brustrekonstruktion ist jederzeit zu einem späteren Zeitpunkt möglich.

Verfahren der Brustrekonstruktion


Nach sorgfältiger Voruntersuchung und individueller Beratung stehen Ihnen in unserem Brustzentrum folgende Verfahren der Brustrekonstruktion zur Verfügung:

Aufbau durch körperfremdes Gewebe (Expander/Implantat), ggf. mit sog. azellulären Matrices (ADM)

Aufbau der Brust durch körpereigenes Gewebe

  • Aufbau mit Gewebe vom Rücken (Latissimus Muskel oder TDAP-Lappenplastik)
  • Aufbau mit Gewebe vom Bauch (DIEP-Lappenplastik, früher TRAM-Lappenplastik, und SIEA-Lappenplastik)
  • Rekonstruktion der Brust mit Gewebe vom Oberschenkel und aus der Gesäßfalte (TMG-Lappenplastik)

Ausführlichere Details zu den verschiedenen Verfahren der Brustrekonstruktion finden Sie hier.

Äußere Brustprothesen


Sollte ein Wiederaufbau der Brust nicht gewünscht sein oder infrage kommen, gibt es geeignete äußere Brustprothesen. Diese bestehen in der Regel aus einem Kissen auf der operierten Seite, welches in BH oder Badeanzug etc. eingenäht ist. Aufgrund einer perfekten Anpassung ist der Unterschied von außen nicht erkennbar.


In jüngerer Zeit sind auch Gel-Prothesen verfügbar, die nicht in die Wäsche eingenäht werden müssen und direkt auf der Haut getragen werden. Die Kosten für eine Brustprothese übernehmen in der Regel die gesetzlichen Krankenkassen.

Wie läuft eine Operation bei Brustkrebs ab?

Der operative Eingriff im Zuge einer Brustkrebstherapie ist ein komplexer Prozess, der sorgfältige Planung und Expertise erfordert. Der gesamte Ablauf umfasst mehrere Phasen:

Vorbereitung und Diagnostik


Vor der Operation werden verschiedene Untersuchungen durchgeführt, um den Tumor genau zu lokalisieren und seine Ausdehnung zu bestimmen.

  • Mammographie: Eine spezielle Röntgenuntersuchung der Brust, die auch kleine Tumoren und Kalkablagerungen sichtbar machen kann
  • Ultraschall: Besonders hilfreich, um festzustellen, ob der Tumor fest oder flüssigkeitsgefüllt ist
  • MRT (Magnetresonanztomographie): Kann zusätzliche Informationen liefern, besonders bei dichtem Brustgewebe oder wenn mehrere Tumore vermutet werden
  • Biopsie: Entnahme einer Gewebeprobe zur genauen Bestimmung der Krebsart

Bei manchen kleinen oder nicht tastbaren Tumoren ist eine Markierung vor der Operation notwendig:

  • Drahtmarkierung: Ein dünner Draht wird unter Mammographie- oder Ultraschallkontrolle so platziert, dass seine Spitze im Tumor liegt
  • Radioaktive oder magnetische Markierung: Eine kleine Menge einer radioaktiven Substanz oder ein winziger Magnet wird in den Tumor injiziert
  • Farbstoffmarkierung: Ein spezieller Farbstoff wird in den Tumor gespritzt

Diese Markierungen helfen der Chirurg:in, den Tumor während der Operation präzise zu lokalisieren.

Gewebeuntersuchung und weitere Planung

Das bei der Operation entnommene Gewebe wird in der Pathologie unter dem Mikroskop untersucht. Diese Untersuchung liefert wichtige Informationen:

  • Tumorfreier Rand: Bestätigung, dass um den Tumor herum ein ausreichender Saum gesunden Gewebes entfernt wurde
  • Lymphknotenstatus: Feststellung, ob und wie viele Lymphknoten von Krebszellen befallen sind
  • Tumorbiologie: Bestimmung weiterer Eigenschaften des Tumors wie Hormonrezeptorstatus, HER2-Status und Proliferationsrate

Die Ergebnisse der Gewebeuntersuchung bilden die Grundlage für die Planung weiterer Behandlungen wie Strahlentherapie, Chemotherapie, Antihormontherapie oder zielgerichtete Therapien, die im Brustzentrum am Englischen Garten durchgeführt werden.

Nach der Operation


Damit keine Nachblutungen in die Wunde entstehen oder sich Gewebewasser ansammeln kann, werden Saugschläuche (Drainage) während der Operation unter die Brusthaut gelegt. Diese werden noch in der Klinik vor der Entlassung wieder entfernt.

Die Fäden werden acht bis zehn Tage nach der Operation gezogen. Die Wunde verheilt in der Regel in drei bis vier Wochen.

Anschlussbehandlung nach einer Operation bei Brustkrebs

Nach einer Operation folgen in der Regel weitere Behandlungsschritte in der Brustkrebstherapie.

Strahlentherapie

Eine Strahlentherapie (Radiotherapie) wird fast immer nach einer Operation empfohlen. Sie zielt darauf ab, eventuell verbliebene, nicht sichtbare Krebszellen in der Brust zu zerstören und das Wiedererkrankungsrisiko wesentlich zu minimieren.


Ablauf der Strahlentherapie:

  • Beginnt üblicherweise etwa vier bis sechs Wochen nach der Operation, wenn die Operationswunde gut verheilt ist
  • Umfasst zunächst die Bestrahlung der gesamten Brust
  • Die Standardbehandlung erstreckt sich über drei bis sechs Wochen mit täglichen Sitzungen an Werktagen

Die Strahlentherapie ist ein wesentlicher Bestandteil der brusterhaltenden Therapie und reduziert das Risiko eines lokalen Rückfalls erheblich. Nur in Ausnahmefällen (z.B. bei älteren Patientinnen mit kleinen, wenig aggressiven Tumoren) kann auf eine Strahlentherapie verzichtet werden.

Weitere Details zur Strahlentherapie bei Brustkrebs finden Sie hier.

Systemische Therapien


Je nach den individuellen Eigenschaften des Tumors können zusätzliche Behandlungen empfohlen werden, die auf den gesamten Körper wirken (systemische Therapien):


Chemotherapie


Eine Chemotherapie kann vor oder nach der Operation durchgeführt werden:

  • Neoadjuvante Chemotherapie (vor der Operation): Kann helfen, größere Tumoren zu verkleinern und so eine brusterhaltende Operation zu ermöglichen
  • Adjuvante Chemotherapie (nach der Operation): Zielt darauf ab, möglicherweise im Körper verbliebene Krebszellen zu zerstören

Die Entscheidung für oder gegen eine Chemotherapie basiert auf verschiedenen Faktoren wie etwa der Tumorgröße, Lymphknotenbefall, biologischen Eigenschaften des Tumors und möglicherweise speziellen Gentests.

Mehr Details zur Chemotherapie bei Brustkrebs finden Sie hier.

Antihormontherapie

Bei hormonempfindlichen Tumoren (Östrogen- oder Progesteronrezeptor-positiv) wird meist eine Antihormontherapie über mehrere Jahre empfohlen. 

Die Antihormontherapie reduziert das Risiko sowohl für ein Wiederauftreten des Krebses in der betroffenen Brust als auch für neue Krebserkrankungen in der anderen Brust.

Weitere Details zur Antihormontherapie bei Brustkrebs finden Sie hier.

Antikörpertherapie

Bei bestimmten Tumortypen, insbesondere bei HER2-positivem Brustkrebs, können spezielle Antikörper eingesetzt werden, die spezifische Eigenschaften der Krebszellen angreifen. Die bekanntesten Vertreter sind:

  • Trastuzumab (Herceptin)
  • Pertuzumab
  • CDK4/6-Inhibitoren

Diese Therapie wird meist über mehrere Monate bis zu einem Jahr verabreicht und kann das Rückfallrisiko erheblich senken.

Weitere Details zur Antikörpertherapie bei Brustkrebs finden Sie hier.

Ihr Weg zurück ins Leben – wir begleiten Sie über die Operation hinaus

Eine Operation ist mehr als ein medizinischer Eingriff – sie ist der Beginn Ihres Weges zurück ins Leben. Im Brustzentrum am Englischen Garten endet unsere Betreuung nicht im Operationssaal. Wir begleiten Sie durch die gesamte Anschlusstherapie bis hin zur langfristigen Nachsorge.


Unser Versprechen an Sie: Regelmäßige Kontrolluntersuchungen mit festen Ansprechpartnern, die Sie und Ihre Geschichte kennen. Moderne Bildgebung für maximale Sicherheit. Physiotherapie, psychoonkologische Unterstützung und Selbsthilfegruppen – alles, was Sie für Ihre Genesung brauchen.

Hier erfahren Sie mehr über unsere Unterstützung bei Rehabilitation und Nachsorge.

Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden liegen uns am Herzen. Lassen Sie uns gemeinsam den besten Weg für Sie finden.

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